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Cynefin-Framework

Das Cynefin-Framework von Dave Snowden soll dabei helfen zu entscheiden – oder einzustufen, welche Projektmanagement-Methode eventuell benötigt wird und wo sich Agile, oder doch eher Leanmanagement eignet.

Kannefin.. nein, Zinefinn… Alleine in der Ausbildung zum Agile „Coach“ habe ich ganz viele verschiedene Möglichkeiten gehört, wie dieser Name ausgesprochen werden kann. Dave Snowden, ein walisischer Gelehrter, hat 1999 im Kontext einer Wissensmanagement und Organisationsstrategie das Cynefin-Framework (gesprochen: kü-ne-fin) entwickelt. Cynefin bedeutet – grob übersetzt – Lebensraum.

Dieses Framework soll dabei helfen, situationsabhängig zu entscheiden, wo sich welche Vorgehensweise gut eignet. In vielen Bereichen ist die agile Herangehensweise mit Scrum oder Kanban beispielsweise nicht zielführend, hier muss zwischen der klassischen LEAN-Methode entschieden – oder der Feuerlöschmodus abgestellt werden.

In Abbildung 1 sehen Sie eine einfache, grafische Darstellung des Frameworks. Auf der rechten Seite – kompliziert und komplex – sind Tools wie Scrum und Kanban hervorragend geeignet. Insbesondere im komplexen Bereich eignet sich Scrum, da hier ständig neue Anforderungen an ein Team kommen, zu denen meist ein „Experte“ fehlt, der sich damit bereits seit langem auseinandergesetzt hat. Auf der linken Seite ist der Punkt „einfach“ aufgeschrieben. Auch hier kann Kanban – jedoch nicht Scrum verwendet werden. Chaotisch bedeutet, dass das Team im „Feuerlösch“-Modus unterwegs ist und kaum Zeit für Planung hat, da ohne jegliche Ordnung oder Priorität „wichtige“ und „unaufschiebbare“ Anforderungen gestellt werden. Wer in einem solchen Umfeld arbeitet, hat selten Freude an seiner Tätigkeit.

Abbildung 1 – Cynefin-Framework dargestellt (Quelle: https://erfolgreich-projekte-leiten.de/cynefin-situativer-loesungsansatz/)

Einfach

In die einfache Situation können Standardprozesse wie zum Beispiel das Anlegen eines neuen Benutzers eingeordnet werden. Es wird lediglich eine Anforderung in einem Prozess gestellt, der sich nicht – oder kaum – verändert.

Kompliziert

Diese Situation kann nicht mit Standardprozessen gelöst werden, da hier oft kein richtiger Standard existiert. Es gibt nicht nur einen, sondern gleich mehrere Lösungsansätze, um an das Ziel zu gelangen. Beispiel ist hier der Ausfall eines Servers, oft kann nicht direkt gesagt werden, was gemacht werden muss, um den Server zu reparieren. Der Fehler muss zuerst erkannt werden, um ihn zu beheben.

Komplex

Bei einer komplexen Situation kann nicht – wie bei einer komplizierten Situation – direkt erkannt werden, wie an das Problem herangegangen wird, das es nicht mindestens einen vorab bekannten Lösungansatz gibt. Dieser muss zuerst erarbeitet werden. In diesen Situationen werden alle scheitern, die versuchen, mit viel Ordnung und klaren Prozessen an die Sache heranzugehen. Es müssen „experimente“ erfolgen, die auch gerne fehlschlagen können und müssen, um nach und nach ein Muster zu erkennen, um das Problem zu lösen.

Chaotisch

Die chaotische Situation wird oft auch als „Feuerlöscher“-Modus bezeichnet. Normalerweise entstehen solche Gegebenheiten nur bei Anschlägen oder Naturkatastrophen und sollten nicht im normalen Geschäftsalltag vorhanden sein. Eine Lösung im Vorhinein zu finden ist nicht möglich, da die Umstände sich zu oft ändern und es keine klare Lösung gibt. Hier muss die Führungskraft zuerst Ordnung herstellen, um danach die Situation in andere Bereiche zu überführen, beispielsweise den komplexen Bereich.

Wichtig ist, dass ein Übergang zwischen Situationen niemals über Kreuz, sondern immer nur in eine Richtung möglich ist – von Chaotisch immer weiter in Richtung einfach.


Quellen:
https://erfolgreich-projekte-leiten.de/cynefin-situativer-loesungsansatz/
https://de.wikipedia.org/wiki/Cynefin-Framework

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